Lebensgewohnheiten wie Ernährung, Bewegung (einschließlich Sitzzeiten) und Schlaf beeinflussen die Reaktions- und Anpassungsmechanismen des Körpers und des Gewebes. Diese Prozesse wirken sich auf die Gesundheit und das allgemeine Wohlbefinden aus.
Bedeutung der Ernährung
Eine gesunde, ausgewogene Ernährung trägt dazu bei, niedriggradige systemische Entzündungsprozesse zu reduzieren. Gleichzeitig kann sie die Durchlässigkeit der Darmbarriere normalisieren und der Entwicklung von Insulin- und Leptinresistenz entgegenwirken.
Niedriggradige Entzündungen
Chronisch niedriggradige Entzündungen stehen in Verbindung mit einer Vielzahl von Beschwerden und Erkrankungen. Dazu gehören unter anderem:
- Chronische Müdigkeit
- Kopfschmerzen
- Schlafstörungen
- Arthritis
- Migräne
- Autoimmunerkrankungen
- Diabetes mellitus Typ 2
- Chronische Schmerzsyndrome
- Bluthochdruck
- Arteriosklerose
- Neurodegenerative Erkrankungen
- Chronisches Fatigue-Syndrom
- Polyzystisches Ovarialsyndrom (PCOS)
- Schleimbeutelentzündungen
- Sehnenansatzreizungen
Darmbarriere und Entzündung
Eine übermäßig durchlässige Darmbarriere („Leaky Gut“) führt zu einer vermehrten Aufnahme von Toxinen in die Blutbahn. Dies kann wiederum entzündliche Prozesse im Körper fördern und aufrechterhalten.
Insulinresistenz
Insulin ist ein Hormon, dass in der Bauchspeicheldrüse produziert wird und zur Regulation des Blutzuckerspiegel beiträgt. Die Hauptaufgabe von Insulin besteht darin, die Zellen (Muskelzellen, Leberzellen, Fettzellen) bei der Aufnahme von Glucose aus dem Blutkreislauf zu unterstützen. Diese können dann Glucose als Energie nutzen oder es in Fett umbauen. Eine Insulinresistenz besteht dann, wenn die Zellen nicht mehr so gut auf Insulin reagieren und somit schlechter Glucose aus dem Blut aufnehmen können. Der Blutzuckerspiegel steigt. Dann spricht man von Insulinresistenz. Daraufhin produziert die Bauchspeicheldrüse mehr Insulin. Dauert dieser Zustand länger an, kann es zur Erschöpfung der Betazellen in der Bauspeicheldrüse (die Insulin produzieren) kommen und es wird zu wenig Insulin hergestellt. Dann hat sich Diabetes Typ II entwickelt.
Eine Insulinresistenz kann mit einer Vielzahl unspezifischer Symptome einhergehen, darunter:
– Bluthochdruck
– Stimmungsschwankungen
– Depressive Verstimmungen
– Angstzustände
– Gestörtes Essverhalten
– Akne
– Fibromyalgie
– Schlafapnoe
Leptinresistenz
Leptin ist ein Sättigungshormon, dass im Fettgewebe produziert wird. Es signalisiert im Gehirn, dass der Körper satt ist. Chronische niedriggradige Entzündungen können durch Veränderung der Nervenzellen im Gehirn (Hunger-Sättigungs-Mechanismus) zu einer Leptinresistenz führen. Infolge dieser Resistenz ist der Hunger-Sättigungsmechanismus gestört, was zu einer verminderten Sättigungswahrnehmung führt. Dadurch kann die Regulation der Nahrungsaufnahme und des Körpergewichts erheblich beeinträchtigt werden.
Oxidativer Stress und Ernährung
Bei oxidativem Stress liegt ein Ungleichgewicht zwischen der Bildung freier Radikale und der Fähigkeit des Körpers vor, diese durch antioxidative Schutzmechanismen zu neutralisieren. Freie Radikale sind aggressive Sauerstoffverbindungen, die Zellstrukturen schädigen und so zuvorzeitiger Alterung und verschiedenen Erkrankungen beitragen können.
Zu den möglichen Auslösern für oxidativen Stress zählen unter anderem:
- unausgewogene Ernährung
- chronischer psychischer oder körperlicher Stress
- Diabetes mellitus
- UV-Strahlung
- Schlafmangel
- Alkoholkonsum
- intensive körperliche Belastung
- Nikotinkonsum
Möglichkeiten, oxidativem Stress zu begegnen
- Ernährungsumstellung

Durch eine gezielte Ernährung können Antioxidantien zugeführt werden – schützende Substanzen, die freie Radikale binden und so Zellschäden reduzieren können. - Lebensstilinterventionen bei Entzündungen
Auch Veränderungen im Lebensstil können sich positiv auf entzündliche Prozesse im Körper auswirken. So können bestimmte akute Reize, wie etwa gezielte Kälte- oder Wärmeanwendungen, positiven Stress („Eustress“) erzeugen, der den Organismus anregt und die Regulation unterstützt.
Gerne berate ich Sie auch hierzu individuell und gebe Ihnen alltagstaugliche Empfehlungen – auf Wunsch im Rahmen eines persönlichen Coachings.

