Sie fragen sich sicherlich, warum „psychosomatische Osteopathie“? Was bedeutet das? Kann psychosomatische Osteopathie bei mir zu Heilung führen?

In der Osteopathie gibt es fünf Modelle.

Grundsätzlich lassen sich die Modelle nicht trennen, denn Körper, Geist und Seele bilden eine Einheit. Der Fokus der klassischen Osteopathie liegt auf der strukturellen Arbeit am Körper. Mithilfe von genauen Kenntnissen der Anatomie und der Physiologie kann ich als Osteopathin auf die verschiedenen Strukturen Einfluss nehmen. Das Modell der biopsychosozialen Anpassung spielt in diesem Zusammenhang eine untergeordnete Rolle, was die klassische Osteopathie mitunter an Grenzen stoßen lässt.

An diesem Punkt setzt die psychosomatische Osteopathie nach Torsten Liem an. Hier werden osteopathische Techniken mit aktuellen Erkenntnissen aus Psychologie, Traumaforschung und Neurobiologie miteinander verbunden. So entsteht eine ganzheitliche Behandlung, die Körper, Geist und Seele gleichermaßen einbezieht, in einem Prozess, den Sie selbst mitgestalten.

Bild eines Eisberges, dessen helle, über dem Wasser herausragende, sichtbare Masse nach unten bis tief unter Wasser verläuft, wobei ein Drittel oben herausschauen, aber zwei Drittel des Einbergs unter Wasser verborgen bleiben.

Beschwerden und Symptome sind oft nur die Spitze eines Eisberges.

Theorie nach Torsten Liem

Torsten Liem ist Autor zahlreicher Fachbücher, die international als Standardwerke in der Osteopathie gelten. Seine Bücher, wie „Psychosomatische Osteopathie“ und „Cranial Osteopathy: Principles and Practice“, sind für Fachleute unverzichtbar.

Behandlungsschwerpunkte

Wann kann psychosomatische Osteopathie helfen?

Psychosomatische Osteopathie kann hilfreich sein bei z.B.:

– Wiederkehrenden Schmerzen
– Stressbedingten Beschwerden
– Prüfungsangst, Vortragsangst, Stressreaktionen bei Wettkämpfen
– Belastenden Erinnerungen, die unter Umständen zu körperlichen Beschwerden führen
– Irrationale wiederkehrende negative Gedanken
– Funktionsstörungen mit psychischem Anteil (ADHS, Lernstörungen, u. ä.)
– Spannungskopfschmerzen
– Allergien
– Proaktiver Gestaltung der individuellen Lebenssituation
– Allen Beschwerden, die auch für klassische Osteopathie zugänglich sind

Ansatz der Psychosomatischen Osteopathie

Im Folgenden stelle ich Ihnen die Grundzüge der Herangehensweise in der psychosomatischen Osteopathie vor. Ziel ist es, durch manuelle Techniken nicht nur strukturelle Spannungen zu lösen, sondern auch emotionale Blockaden und unbewusste Muster anzusprechen. Dabei stehen eine Reihe von verschiedenen Tools zur Verfügung, um auf Körper, Geist und Seele positiv Einfluss zu nehmen.

Susanne Uelhoff, Praxis für Osteopathie Aachen

Belastungen spiegeln sich im Körper an verschiedenen Stellen in verschiedenen Formen wider. Ein häufiges Thema sind Stressreaktionen, die nicht vollständig verarbeitet und abgebaut werden. Der Körper reagiert aus unterschiedlichsten Gründen mit Stress, wobei das sympathische Nervensystem – auch bekannt als ,,Kampf- oder Fluchtmodus“- auf Hochtouren läuft. Diese Reaktion ist grundsätzlich physiologisch und sinnvoll.

Problematisch wird es, wenn der Körper in diesem Zustand ,,hängen bleibt“ und der Sympathikotonus, der für Stressreaktionen zuständig ist, nicht wieder herunter reguliert werden kann.

Die psychosomatische Osteopathie ermöglicht es, gezielt in diesen festgehaltenen Stressmoment hineinzugehen und durch die Behandlung eine Lösung herbeizuführen. Auf diese Weise entsteht eine neue Verbindung zwischen Körper und Geist, die es dem System erlaubt, aus dem Stressmodus auszusteigen und in einen Zustand der Regulation zurückzufinden.

Ein Beispiel für eine solche Herangehensweise ist die sogenannte multimodale bifokale Integration.
Dabei wählt der Patient bewusst ein bestimmtes Thema oder eine belastende Erinnerung aus und taucht gedanklich sowie emotional in dieses Erlebnis ein. Gleichzeitig wird im Körper eine Stelle wahrgenommen, an der sich die Belastung spürbar zeigt – und eine weitere, die sich stabil, ruhig oder stärkend anfühlt (eine sogenannte„Ressourcenregion“).

Durch gezielte, wechselseitige Augenbewegungen – ähnlich denen, die wir in der REM-Schlafphase zeigen – wird nun ein innerer Verarbeitungsprozess angeregt. In der REM-Phase verarbeitet das Gehirn normalerweise Erlebnisse des Tages. Dieser Effekt wird hier therapeutisch genutzt, um belastende Erinnerungen oder innere Spannungen zu integrieren und aufzulösen.

Wenden Sie sich gerne an mich

… um gemeinsam zu besprechen, ob dieser Ansatz für Sie geeignet sein könnte. Grundsätzlich spielen Geist und Seele fast immer eine Rolle bei Beschwerden.

Hinweis: Bei bestimmten Krankheitsbildern wie z.B. psychotischen Zuständen sollte die psychosomatische Osteopathie nicht angewendet werden.